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Chinesisch-Deutsches Forum

Chinesisch-Deutsches Forum für Wissenschafts- und Technologiezusammenarbeit

                                     

                                                                            (Foto: China-Kompetenzzenrum/TU Clausthal)

Chinesisch-Deutsches Forum für Wissenschafts- und Technologiezusammenarbeit


Gemeinsame Überwindung der Herausforderungen und Gestaltung der Zukunft
---- Chinesisch-Deutsche Wissenschafts- und Technologiezusammenarbeit zu Zeiten
der Prävention und Bekämpfung der Epidemie


Forschende sowie Politikerinnen und Politiker aus China und Deutschland tauschten sich während des Chinesisch-Deutschen Forums für Wissenschafts- und Technologiezusammenarbeit, das von Frau Annette Schavan und Herrn WAN Gang (Alumnus der TU Clausthal) gemeinsam organisiert wurde und am vergangenen Donnerstag in Form einer Online-Konferenz stattfand, aus.

Frau Schavan (Die deutsche Präsidentin des Deutsch-Chinesischen Dialogforums, Ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung) ist der Meinung, dass Deutschland und China eine privilegierte Partnerschaft verbinde. Wichtig sei der Austausch über große Themen der Zukunft mit Verweis auf das von Professor Wan Gang und Frau Schavan geleitete Chinesisch-Deutsche Dialogforum. Aus der Zeit der Pandemie entstehe ein neues Bewusstsein einer gemeinsamen Verantwortung für die Bewältigung von großen Aufgaben der Zukunft und noch niemals seien Kooperation, Partnerschaft, Austausch über Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur so wertvoll gewesen. In den vergangenen Monaten der Pandemie sei der Respekt der Politik vor der Wissenschaft deutlich gestiegen, da Politiker im regelmäßigen Austausch mit Virologen, Epidemiologien und Medizinern standen. Die Bedeutung der Wissenschaft in unseren Gesellschaften nehme damit neue Dimensionen an und dies wäre ohne einen gelungenen Dialog zwischen Wissenschaft und Politik nicht möglich gewesen. Zur Bewältigung zukünftiger Probleme wie Klimawandel und Umgang mit natürlichen Ressourcen trage mehr Respekt vor der Erde und der Sinn für eine globale Gemeinschaft bei. Die Corona-Krise bringe Chancen mit sich, denn sie verstärke die Sensibilität für internationale Zusammenarbeit und Verständnis von globaler Gemeinschaft.

Shi Mingde (Präsident der Gesellschaft für Chinesisch-Deutsche Freundschaft und ehemaliger Botschafter der VR China in Deutschland) sagte in seiner Rede, dass die Beziehungen zwischen China und Deutschland auch ein sehr wichtiger Bestandteil der Beziehungen zwischen China und der EU seien. China und Deutschland wären zusammenarbeitende Partner und keine Rivalen. Er hofft, dass es innerhalb des Jahres zu einer Zusammenarbeit kommt, um das Investitionsabkommen zwischen China und der EU zu erreichen. Dabei sollen innerhalb des Jahres konkrete Ergebnisse im Bereich Klimawandel, Zusammenarbeit zwischen China, Afrika und Europa sowie in der digitalen und grünen Wirtschaft erzielt werden. Er freut sich auf das zweite China-Deutschland-Forum in diesem Jahr.

Frau Thies (ehemaliger Staatssekretär und ehemaliger Generalsekretär der Kultur- und Bildungsministerkonferenz Deutschlands) berichtete in ihrer Rede davon, dass der Austausch zwischen Grund- und Mittelschülern zwischen China und Deutschland ausgeweitet worden sei und viele Konfuzius-Institute eingerichtet werden konnten. Der Austausch von Lehrern habe zur Vernetzung bis hin zu Freundschaften und zur wissenschaftlichen Forschungszusammenarbeit geführt. Das politische Umfeld hätte jedoch Auswirkungen auf den Bildungsbereich, was zu Einschränkungen im Bereich der Wissenschaft und Forschung zwischen den beiden Ländern geführt hätte. Sie schlug vor, die chinesisch-deutsche Akademie junger Wissenschaftler zu gründen und das erfolgreiche duale Universitätsmodell in China auszuprobieren.

Stephan Wöllenstein (CEO der Volkswagen-Gruppe (China)) sprach über die allgemeine Erholung des chinesischen Automobilmarktes seit April, welche dem Rest der Welt starke positive Signale gegeben hätte.

Professor Schachtner (Präsident der Technischen Universität Clausthal) betonte, dass China für die TU Clausthal ein bedeutender und strategischer Partner sei, weswegen besonders viel Wert auf die Gründung eines China-Kompentenzzentrums gelegt worden sei. Vor Kurzem sei die „Circular Economy“ als leitendes Thema für die zukünftigen Forschungsfelder und des Studienangebots definiert worden. Dadurch soll die innovative Zusammenarbeit mit China in mehreren Bereichen wie z.B. nachhaltige Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Energiesysteme und Digitalisierung vorangetrieben werden. Trotz der Pandemie sei weiterhin aktiv an der Erweiterung der Partnerschaften mit verschiedenen chinesischen Hochschulen und der TU Clausthal gearbeitet worden. Er sieht in der COVID-19 Pandemie vielfältige Chancen zur innovativen Kooperation zwischen Deutschland und China mit Hinsicht auf den Austausch von Studierenden, Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung. Zuletzt drückte Professor Schachtner seinen Dank gegenüber Professor Wan Gang für die Unterstützung der TU Clausthal in der Zeit der Pandemie aus. Er wünscht sich, dass die Kooperation und Freundschaft zwischen der TU Clausthal und den chinesischen Partneruniversitäten durch die gemeinsame Bewältigung der Corona-Zeit weiter gestärkt wird.

Professor Hanschke (Kommissar für Bildung, Wissenschaft und Kultur für China-Angelegenheiten des Bundeslandes Niedersachsen der BR Deutschland) spach über das China-Netzwerk niedersächsischer Hochschulen, das eingerichtet worden sei, um die Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern in Kultur, Bildung, Forschung und Technologietransfer zu intensivieren und um sich über strategische Rahmenbedingungen der Kooperation auszutauschen. Er erinnere sich gerne an seine Aufenthalte in China in der Vergangenheit. Er sagte, dass die Industrienationen vor großen technischen und ökologischen Herausforderungen stünden und dass der Dialog mit China in den gemeinsamen Handlungsfeldern intensiviert werden müsse, um auf diese Veränderungen vorbereitet zu sein. Dazu solle ein internationales kooperatives Promotionskolleg der niedersächsischen Hochschulen mit den chinesischen Partnerhochschulen implementiert werden, dessen Forschungsprogramm sich an den Handlungsfeldern der China-Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Deutschland-Strategie des Ministry of Science and Technology orientiere. Niedersachsens Hochschulen seien über weitflächige Verbundprojekte miteinander vernetzt und teilen langjährige Erfahrungen im Umgang und der Entwicklung digitaler Lehrtechnologien. Niedersachsen bringe zudem exzellente Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft mit. Die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg habe sich als Entwickler, Träger und Partner von innovativen Projekten auf der regionalen, nationalen und internationalen Ebene hervorgetan.

Professor Hou (Professor an der Technischen Universität Clausthal) stellte in seiner Rede einige Kooperationsprojekte des Bereichs der nachhaltigen Energiesysteme vor, die aus der Zusammenarbeit mit China hervorgegangen sind. Er sprach von den gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen in den Bereichen Energiewende, nachhaltige Grünentwicklung und Klimawandel, die von einem einzelnen Land kaum zu bewältigen seien. Daher wolle die EU einen starken Partner in China finden, um nachhaltige Ergebnisse in den vorher genannten Bereichen erzielen zu können. Basierend auf bestehenden Kooperationen und der nationalen Wasserstoff-Strategie Deutschlands, welche wohl auch in absehbarer Zeit in China zum Thema werde, schlägt Professor Hou den Ausbau und die verbesserte Koordination deutsch-chinesischer Plattformen im Bereich der nachhaltigen Energiesysteme vor. Innovative Wasserstofftechnologien sowie Sektorkopplung sollten als Kernelemente der Energiewende baldmöglichst durch beide Regierungen gemeinsam gefördert werden. Zudem sei es sinnvoll, Entwicklungen der Energiewende in beiden Ländern noch stärker miteinander zu verzahnen. Respekt und Vertrauen in der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit, eine funktionierende Infrastruktur, China-Kompetenz und die aktive Einbindung chinesischer Alumni seien wichtige Faktoren für den Erfolg deutsch-chinesischer Kooperation.  

Dong Qi (Direktor des Chinesisch-Deutschen Zentrums für Geisteswissenschaften und Austauschforschung an der Tongji-Universität, Präsident vom Tongji Zhejiang College, ehemaliger Vizepräsident der Tongji Universität und Gesandter- Botschaftsrat der Bildungsabteilung der Chinesischen Botschaft in BR Deutschland) sagte in seiner Rede,China und Deutschland sollten ein offenes Innovationsmodell aus den drei Aspekten Teilen, gemeinsame Innovation und Win-Win aufbauen, um Chinas enormes Innovationspotential und Marktchancen mit den technologischen Vorteilen Deutschlands zu ergänzen, die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie und Innovation weiter zu stärken und die Ergebnisse kooperativer wissenschaftlicher Forschung schnell umzusetzen. Dadurch könne mehr Produktivität, Multiplikation von Wissen und Wert in der Innovationszusammenarbeit, Multiplikation der Innovationseffizienz und gemeinsame Schaffung von Wissensreichtum erreicht werden.

Professor Wan Gang (Stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Politischen Konsultativen Konferenz Chinas, Präsident der Chinesischen Gesellschaft für Wissenschaft und Technik, der chinesische Präsident des Chinesisch-Deutschen Dialogforums) appellierte in seiner Abschlussrede sehr eindringlich „solidarisch voranzugehen, zukunftsorientiert gemeinsam auf die Herausforderungen der Epidemie zu reagieren und die chinesisch-deutsche Wissenschafts- und Technologiekooperation auf eine neue Höhe zu bringen“. Die besondere Stellung der TU Clausthal innerhalb der chinesisch-deutschen Beziehungen zeige sich u.a. auch an den Anwesenden der Veranstaltung, die mit vier TU-Angehörigen (auch VPF Professor Alfons Esderts) einem Anteil von ca. 30 Prozent aller deutschen Teilnehmenden entspreche. Insgesamt sei es eine sehr gelungene und eindrucksvolle Veranstaltung gewesen.

 

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